Fusionsenergie: Wann ist es so weit?

Kürzlich konnte das Hans-Leinberger-Gymnasium im Rahmen der bewährten Reihe "Zu Gast am HLG" den ehemaligen Schüler Prof. Frank Jenko, Direktor am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching, begrüßen. Die gut besuchte Veranstaltung war von dem Leitthema "Fusionsenergie: Wann ist es so weit?" geprägt. Prof. Jenko verstand es, das Auditorium von ca. 80 Personen gleich zu Beginn für das politisch relevante Thema des weltweit steigenden Energiebedarfs zu gewinnen, indem er darauf hinwies, dass neue Formen der Energieerzeugung erschlossen werden müssten. So erklärte der ehemalige Schüler des HLG, der sich nach dem Abitur im Jahr 1988 für ein Physikstudium an der TU München entschieden hatte, die Grundlagen der Energieerzeugung durch Fusion und erläuterte den prinzipiellen Aufbau eines Fusionskraftwerks. Dabei gab er Einblicke in den aktuellen Stand der Fusionsforschung und in das eigene Forschungsgebiet, die Theorie und Computersimulation von Fusionsplasmen. Neben staatlichen Forschungseinrichtungen starten weltweit immer mehr Start-Ups, um sich in der Fusionsforschung zu betätigen. Nach Einschätzung des renommierten Vortragenden wird es bis zum wirtschaftlichen Betrieb eines Funktionsreaktors noch mindestens 20 Jahre dauern, auch wenn bereits vor 50 Jahren mit dem baldigen Bau von Fusionsreaktoren gerechnet wurde. In einer abschließenden Fragerunde stellte sich Prof. Jenko gerne noch vielen Fragen, die er ausführlich, kompetent und verständlich beantwortete.
Zum Abschluss des gelungenen Abends ließ sich Prof. Jenko im Rahmen einer Schulhausführung seine einstige Wirkungsstätte zeigen, die nach der Generalsanierung kaum wiederzukennen war. Besondere Begeisterung weckte natürlich der Bereich der Physik.
Es ist immer wieder schön zu sehen, wie gerne ehemalige Schüler an das HLG zurückkehren, um das Schulleben mit ihrer Kompetenz zu bereichern, indem sie Einblick in ihre Berufswelt geben.
Carola Braun