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Vortrag Prof. PettingerWie hoch ist der Energiebedarf eines Menschen? Diese Frage stellte Prof Dr. Pettinger von der Hochschule Landshut den 8. Klassen des Hans-Leinberger-Gymnasiums, der sich am 25.7.2016 Zeit nehmen konnte, seiner ehemaligen Schule einen Besuch abzustatten.

Pettinger drückte bis 1981 die Schulbank am HLG und war im Rahmen der Reihe „Zu Gast am HLG“ der Einladung gefolgt, die 8. Klassen auf den Projekttag vorzubereiten, den die Fachschaft Physik für diese Jahrgangsstufe organisiert.

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Schulleiter Ulrich Kosterhon begann der ehemalige Leinberger mit einem kurzen Rückblick auf seine Schulzeit und sein Studium der Chemie an der TU München. Die Jahre nach seinem universitären Abschluss widmete er der Forschung am Technologiezentrum für Energie, die zum bevorzugten Forschungssujet des kompetenten Vortragenden zählt.  So erfuhren die Schüler, dass der Energiebedarf eines Deutschen weit über dem gesamteuropäischen Durchschnitt liegt, und wurden zum Nachdenken über ihr Konsumverhalten gebracht, indem Pettinger mögliche Wege des Energiesparens aufzeigte. Einen besonderen Akzent setzte der ehemalige Absolvent auf das Thema elektrische Energiespeicher. Sein besonderes Interessensgebiet gilt der zerstörunsfreien Fehlererkennung an Zellen und Batterien, um eine gezielte Fehlervorhersage und bestenfalls das Prüfen und Diagnostizieren von Fehlern vorab vornehmen zu können.

In seinem lebendigen Vortrag holte Pettinger die Schüler dort an, wo sie im Fach Physik gerade stehen, und klärte mit dem Auditorium, welche Energieformen den anwesenden Schülern bereits bekannt sind.  Flexibel ging er auf das Vorwissen der Achtklässler ein und zeigte ihnen auf, dass Energieträger, wie Wind, Sonne, Biomasse, Wasser und Geothermie, in Energie umgewandelt werden, um dann ins Stromnetz eingespeist zu werden. Private Haushalte, Industrie, Handel und Dienstleiter sowie der kommunale Bereich seien Ziel der Stromerzeugung. Den jugendlichen Zuhörern gab Pettinger nützliches Wissen an die Hand, um ihnen ein Gefühl für die Energie, die in unserer täglichen Nahrung steckt, zu vermitteln. Der Vortrag kumulierte im Aufzeigen erneuerbarer Energien, indem der Professor für Elektrische Energiespiecher vorstellte, dass beispielsweise aus Stroh Kraftstoff gewonnen werden kann.

Seiner Ansicht nach liegt die Zukunft in der Herstellung von Methanol. Rund ein Drittel des regenerativ erzeugten Stromes in Deutschland werde nicht genutzt. Dieser könnte verwendet werden, um aus dem für das Kima schädlichen CO₂ zusammen mit Wasser Methanol herzustellen. Erste Versuchsanlagen seien in Zusammenarbeit mit der TU München bereits in Betrieb. Laut Pettinger könnten auf diese Weise ohne großen zusätzlichen Aufwand herkömmliche Verbrennungsmotoren betrieben werden. Diese Art der Energiegewinnung ist aber noch Zukunftsmusik.

Natürlich war es nach diesem spannenden Vortrag den Schülern erlaubt, Fragen zu stellen, die Pettinger zum Anlass für eine lebendige Diskussion nahm. Mit besten Vorsätzen, während der vor ihnen liegenden freien Tage das eigene Konsumverhalten zu überdenken, starteten die Schüler der 8. Jahrgangsstufe in die Projekttage. Das HLG verabschiedete mit einem Buchskranz als Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit Prof. Pettinger, der seinerseits die Schüler zu einem Gegenbesuch an die Hochschule Landshut einlud.