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Pünktlich um 13 Uhr am Samstag, den 10. November 2012, ging es los: Auf einer 18-stündigen Busfahrt reisten wir, ein Teil des Mittelstufentheaters und der Halli-Gallis, von Landshut nach Sibiu (dt. Hermannstadt) in Rumänien. Mit uns fuhren noch weitere Teilnehmer des Plato-Projekts von der Europäischen Schule München und vom Odsherreds Gymnasium in Dänemark. Die anderen Teilnehmer des seit 1995 jährlich stattfindenden Plato-Projekts waren das Klymentij-Scheptytskyj-Gymnasium aus der Ukraine und die drei gastgebenden Schulen aus Sibiu, deren Schüler und Familien uns für diese Woche bei sich zu Hause aufnahmen.

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Endlich angekommen wurden wir in der Schule Colegiul National „Gheorghe Lazar“ herzlich empfangen und unseren Gastschülern zugeteilt. Teilweise kannten wir diese schon, da uns zuvor Namen und Email-Adressen mitgeteilt worden waren und einige bereits Kontakt aufgenommen hatten.

Mit unseren Gastschülern und Gastschülerinnen, die alle ungefähr 17 Jahre alt sind, verständigten wir uns bis auf wenige Ausnahmen auf Englisch. Gleich beim ersten Mittagessen in Rumänien wurde uns klar, dass wir auf keinen Fall verhungern werden: Die Gastfamilien kümmerten sich ausgiebig um uns, und eine Regel dabei war, uns weit mehr als nötig auf den Teller zu häufen.

Am Abend des ersten Tages lernten wir schließlich die Innenstadt von Sibiu kennen, die uns begeisterte mit ihren engen verwinkelten Gassen und mittelalterlichen Gebäuden, aber auch erschreckte mit frei herumlaufenden, auf der Straße lebenden Hunden, die nach Beinen und Reifen von Rad- und Autofahrern schnappten.

Die Eröffnung des Plato-Projekts  2012 fand erst am nächsten Morgen wieder an derselben Schule statt. Alle Teilnehmer wurden in verschiedene Workshops eingeteilt, die jeweils von einem Lehrer aus den teilnehmenden Schulen geleitet wurden. Da das Thema des diesjährigen Projekts „The theatrefromtheMedievaltotheBaroqueEra“ hieß, beschäftigten sich die meisten Workshops mit Theater und Tänzen zu dieser Zeit. Doch auch zehn Mitglieder des Schulzirkus „Halli-Galli“ leiteten einen eigenen Workshop, in dem sie anderen TeilnehmernJonglieren, Diabolo und Poi-Schwingen lehrten. Zu den Workshops waren die Teilnehmer bewusst so zugeteilt worden, dass möglichst Schüler aus allen vier Ländern miteinander arbeiteten. Die Ergebnisse der Workshops wurden bei der großen Abschlussveranstaltung am letzten Abend vor Eltern und anderen Zuschauern im Nationaltheater „Radu Stanca“ präsentiert. In diesem Rahmen führte außerdem jede Gruppe der einzelnen Schulen ein schon zu Hause einstudiertes Theaterstück oder eine kurze Performance auf.

Die ganze Woche über arbeiteten wir tagsüber in den Workshops, außer in einigen Stunden, in denen wir Zeit hatten, Sibiu nochmals auf eigene Faust zu erkunden oder etwas mit unseren Gastfamilien zu unternehmen. Am Dienstag jedoch war ein Ganztagesausflug in zwei nahegelegene Städte geplant. Zuerst ging es nach Sighisoara, eine sehr vom Mittelalter geprägte Stadt, in der wir unter anderem zwei Museen und den Bürgermeister besuchten. Danach besichtigten wir in Biertan eine historische Kirche, in der sich noch jährlich die in der Region ansässigen Sachsen treffen.

Doch mit diesem Programm war der Tag in Sibiu noch lange nicht vorbei. Unsere Gastschüler nahmen uns jeden Abend mit in kleine und gemütliche, aber verrauchte Cafés, wo wir alle zusammen den Tag ausklingen ließen. Außerdem lernten wir dort unsere Gastgeber richtig kennen,  sie brachten uns das das eine oder andere Wort auf  Rumänisch bei, und wir ermunterten manche, ihre Deutschkenntnisse auszuprobieren oder ein paar Wörter Bayerisch nachzusprechen.

Nicht nur diejenigen, die für diese Woche nach Rumänien reisten, sammelten jede Menge neue Erfahrungen, sondern auch unsere Gastschüler berichten im Nachhinein, dass sie in den Workshops sehr viel gelernt haben, sich ihr Deutsch verbessert hat und dass es eine große Verantwortung war, jemanden bei sich aufzunehmen und sich um ihn zu kümmern.

Am Ende waren sich alle einig: Diese erlebnis- und erfahrungsreiche Woche war viel zu schnell vorüber und der Wunsch ist jetzt groß, am nächstjährigen Plato-Projekt in München erneut teilzunehmen.