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Theater des Mittelalters und des Barocks in Sibiu/ Hermannstadt

19 Schülerinnen und Schüler aus der Akrobatikgruppe „Halli Galli“  und der Theatergruppe des Hans-Leinberger-Gymnasiums nahmen vom 12. November bis 15. November 2012  zusammen mit ihren Betreuern Dorith Wegmann, Martin Gretsch und Andreas Herdeis am diesjährigen Platoprojekt „Kooperation ohne Grenzen“ in Sibiu/ Rumänien teil. Das diesjährige Treffen stand unter dem Motto „Theater vom Mittelalter bis zum Barock“. Neben den Gastgebern der Gymnasien George Lazar, Octavian Gaga und Liceul de Arta vervollständigten noch Schüler und Betreuer  aus Asnaes/ Dänemark, Lemberg/ Ukraine und der Europäischen Schule in München diese internationale Veranstaltung, die heuer bereits zum 16. Mal stattfand.

 

Die Schülerinnen und Schüler waren bei ihren rumänischen Gastfamilien, die begleitenden Lehrkräfte bei rumänischen Kollegen untergebracht. Die Teilnehmer der sechs von Lehrern geleiteten Theater-Workshops setzten sich aus verschiedenen  Schulen zusammen, die Verständigung lief auf Englisch. Das Angebot war vielseitig: Improvisationen im Stile der Commedia dell‘ Arte, mittelalterlicher Tanz, ukrainisches Puppentheater, die Umsetzung des zentralen barocken Mottos „Carpe diem“ und Zirkus standen auf dem Programm.

Die Workshops zeigten eine äußerst vielfältige thematische und methodische Herangehensweise an das Thema Mittelalter und Barock, die Teilnehmer arbeiteten mit großem Enthusiasmus und Ideenreichtum. Trotz der kurzen Zeit, der unterschiedlichen Theatererfahrung und der Altersunterschiede ist es den Mitwirkenden erstaunlich gut gelungen,  sich den anderen gegenüber zu öffnen, sich auf die vielfach ungewohnte Vorgehensweise  einzulassen und eigene Ideen immer selbstbewusster einzubringen. Auch die sprachlichen Barrieren waren in der Arbeit an einem gemeinsamen Ziel schnell überwunden.  

Die Ergebnisse der Workshops wurden zusammen mit den von den teilnehmenden Schulen im Vorfeld erarbeiteten kurzen Szenen und Stücken bei der Abschlusspräsentation im Nationaltheater Sibius gezeigt.

In seiner Begrüßungsrede zur Abschlussveranstaltung  bedankte sich  der langjährige Koordinator des Plato-Projektes, Dr. Klaus Wegmann, bei allen, die das Platoprojekt ermöglichen. Unter dem Motto „Kooperation ohne Grenzen“, so Dr. Wegmann, treffen sich seit 1995 Schulen aus Nord-, Mittel- und Südosteuropa und arbeiten über alle ethnischen, religiösen und sprachlichen Grenzen hinweg zusammen. Es sei gelungen, Grenzen in unseren Köpfen aufzubrechen, zu Freunden zu werden und mit diesen Veranstaltungen nachhaltig und innovativ zu wirken. Die Plato-Treffen zeigen auch, wozu die Institution Schule in der Lage ist: Sie kann zu großem Leistungswillen motivieren, die Eigenverantwortlichkeit  und gleichzeitig Teamarbeit fördern und dabei auch noch Spaß machen.

Ganz in diesem Sinne boten die anschließenden Präsentationen ein kurzweiliges, phantasievolles und gekonnt gestaltetes Spektakel. Die rasche Abfolge von klassischer Musik, mittelalterlichem Tanz,  Akrobatik und Theater – hier spannte sich der Bogen von Shakespeare über Commedia dell’ Arte und einem ukrainischen Weihnachtsspiel zu überraschenden und originellen Eigenproduktionen -  begeisterten die Gäste des bis auf den letzten Platz gefüllten Nationaltheaters.

Neben der konzentrierten Arbeit an dem eigentlichen Projektthema boten die rumänischen Koordinatoren ihren Gästen ein anregendes Rahmenprogramm. Beeindruckend war die Stadtführung durch das abendliche Sibiu. Die Stadt mir ihrer gut erhaltenen, vor allem mittelalterlichen Architektur, mit ihren verwinkelten Gässchen, den vielen zum Verweilen einladenden Plätzen bietet eine einzigartige Atmosphäre. Ein Tagesausflug führte uns unter anderem nach Sighisoara (Schässburg) mit seinem historischen Zentrum, der sogenannten Burg, einem UNESCO-Kulturerbe, in der Dracula gelebt haben soll.

Das Plato-Projekt in Sibiu war für Schüler und Betreuer ein beeindruckendes Erlebnis. In den Workshops und bei den Vorbereitungen für die Aufführungen wurde konzentriert und engagiert gearbeitet. Genauso zentral ist für das Plato-Projekt aber ist auch die Begegnung, das Eintauchen in eine fremde Kultur, die Auseinandersetzung mit anderen Lebensumständen und einer anderen Lebensweise, wie wir sie mit unseren Gastgebern und den anderen Teilnehmern erleben durften.

Besonders bedanken möchten wir uns für die schier grenzenlose Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit unserer rumänischen Gastgeber, die brillante, dabei flexibel auf Wünsche eingehende Vorbereitung und Organisation dieses 16. Platoprojekts.