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Kritik am Adel in der heutigen Zeit? Das Oberstufentheater des HLG hat am Donnerstag unter Leitung von Elisabeth Hübner bewiesen, dass Büchners „Leonce und Lena" nichts an Aktualität eingebüßt hat.

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Mit viel Augenzwinkern brachte die engagierte Gruppe das gesellschaftskritische Stück in modernem Gewand auf die Bühne. Bissig und wortspielreich ging es zur Sache, als der Diener und Genussmensch Valerio, überspitzt dargestellt von Sebastian Bornschlegl, die Hohlheit der Herrschenden entlarvte. Spätestens bei der gekonnten Stoiber-Parodie von Johannes Stopfer alias König Peter war jedem in der voll besetzten Mensa der Schule klar, dass die Literaten seit Jahrhunderten dasselbe an unserer Gesellschaft auszusetzen haben: Die Mächtigen herrschen sinnfrei, das Volk gehorcht willenlos.

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Auch Leonce, der Sohn des Königs, gespielt von Felix Schuster, soll sich dem Willen des herrlich konfusen Vaters und der entschlossen agierenden Mutter (Elisabeth Heinemann) unterwerfen und die Prinzessin Lena ehelichen. Auf der Flucht vor eben diesem Schicksal lernen beide nicht nur die trefflich dargestellte bayerische Wirtshauskultur, sondern auch den zukünftigen Partner kennen, ohne dies zu wissen. Die zuckersüße Hysterikerin Lena, gespielt von Christina Frohwein, erkennt im angeödeten Melancholiker Leonce einen Seelenverwandten. Er, der sich trotz knisternder Erotik sogar im Kreis seiner Hofdamen langweilt, hat nun auch seine Erfüllung gefunden.

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Im modernen Licht, aufgepeppt mit fetzigen Musik- und Tanzeinlagen erschien Büchners satirischer Tadel aus dem 19. Jahrhundert wieder ganz nah am Puls der Zeit. Dank der durchwegs gut spielenden Akteure und einer ungewöhnlichen Umsetzung durch Elisabeth Hübner blieb im Publikum kein Auge trocken. Den begeisterten Applaus hatte sich die Theatergruppe der Oberstufe am Hans-Leinberger-Gymnasium absolut verdient.

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