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Schüler des HLG erkunden Street Art im Londoner East End

Ende Juli begab sich wieder eine Gruppe Schülerinnen und Schüler auf Studienfahrt nach London. Erneut hatten Frau Kirmaier und Herr Strauß ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Wie gewohnt erkundete die Gruppe am Tag der Ankunft zuerst die Innenstadt und lernte dabei die vielen Sehenswürdigkeiten kennen, die bislang nur aus Schulbüchern und Medien bekannt waren: Die Einkaufsstraßen Oxford Street und Regent Street, den Picadilly Circus, Chinatown und den Leicester Square, in dessen Umgebung sich das weltberühmte "West End" mit den zahlreichen Theatern befindet. Nach dem Abendessen ging es über den Trafalgar Square ins Regierungsviertel, wo wir 10 Downing Street, dem Wohnsitz der neuen Premierministerin Theresa May, den Houses of Parliament und Westminster Abbey einen kurzen Besuch abstatteten. Der Elizabeth Tower mit der berühmten Glocke "Big Ben" sowie das Riesenrad "London Eye" bei Nacht bildeten einen stimmungsvollen Abschluss des ersten Tages.

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Frisch ausgeruht ging es am zweiten Tag zu Madame Tussauds, wo neben zahlreichen Persönlichkeiten aus Politik, Geschichte und Medien auch Angelina Jolie und Brad Pitt ein letztes Mal in trauter Zweisamkeit bestaunt werden konnten, denn mittlerweile haben sie sich auch im Wachsfigurenkabinett getrennt! Anschließend begab sich eine Gruppe Schüler auf eine spannende Harry-Potter-Tour, auf der viele Drehorte aus den Filmen besucht wurden. Der andere Teil der Gruppe besuchte nach einem Spaziergang durch den Regents Park den Camden Market, eine Ansammlung alternativer Märkte mit viel "Multikulti" im Norden der Innenstadt. Bepackt mit den ersten Einkäufen ging es dann weiter zur neuesten Attraktion Londons, die unkreativ nach ihrer Adresse schlicht "20 Fenchurch Street" benannt wurde. Dabei handelt es sich um ein Bürogebäude an der Themse, das in seiner Form einem Walkie Talkie aus den 1980ern gleicht und in der Kuppel der obersten Etagen einen kostenlos zu besichtigenden Park beherbergt. Ein echter Geheimtipp - noch! Aus über 100m und zwischen Palmen konnten die Schüler also die Aussicht über die Stadt genießen. Abends begaben wir uns auf einen Spaziergang entlang der Themse, auf dem wir den Tower, die Tower Bridge, das Shakespeare's Globe, Tate Modern, die Millenium Bridge und Saint Paul's Cathedral in Augenschein nahmen.

Was konnte man nach zwei solchen Tagen noch erwarten? Zunächst mal ein wenig Entspannung: Am dritten Tag schipperten wir von den Houses of Parliament aus gemütlich die Themse hinunter bis zum Tower und konnten dabei noch einmal die Skyline mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten genießen. Anschließend ging die Fahrt weiter bis nach Greenwich weit im Osten der Stadt, wo wir von der Sternwarte, dem Ort, durch den der Nullmeridian verläuft, aus bei einem gemeinsamen Picknick den Blick über Ostlondon und Canary Wharf, das neue Finanzzentrum Londons, genossen. Genau dorthin führte uns unsere nächste Etappe, auf der wir auch auf dem Themse Walkway den Fluss zu Fuß "unterquerten". In Canary Wharf angekommen, besuchten wir das moderne Museum of London Docklands, wo die Geschichte der Stadt aus Sicht des Flusses dargestellt wird. Dort wird auch erfreulicherweise das unangenehme Thema des Sklavenhandels, in den Londoner Kaufleute Jahrhunderte lang verstrickt waren, aufgearbeitet. Nach der Rückfahrt mit der U-Bahn in den Osten der Innenstadt wartete ein echtes Highlight auf uns: eine Führung durch das East End. Zuerst bewohnt durch Hugenotten, die vom Kontinent geflohen waren, aber außerhalb der Stadtgrenzen wohnen mussten, stellt es heute ein Viertel da, in dem die Energie städtischen Lebens mit Händen zu greifen sein scheint wie sonst wohl nirgendwo. Hier treffen bittere Armut (eine der ärmsten Gegenden des Vereinigten Königreichs), verschiedenste Einwandererkulturen, vor allem aus Pakistan und Indien, künstlerische Kreativität, Geschichtsträchtigkeit (hier trieb im späten 19. Jahrhundert der Serienmörder Jack the Ripper sein Unwesen; heute erinnern Orte wie das Café "Cereal Killer" auf humorvolle Weise daran), religiöse Vielfalt und Gentrifizierung, also das Eindringen einkommenstärkerer Bevölkerungsgruppen, in faszinierender Weise aufeinander. Ein besonderes Augenmerk lenkte unser Tour Guide Yasmin auf die Street Art, für die das Londoner East End so bekannt ist wie kein anderer Ort weltweit; natürlich durfte dabei auch ein echter Banksy nicht fehlen! Besonders beeindruckt waren wir von zwei einfachen Figuren des Künstlers "Stik", die das friedliche Zusammenleben zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen unterstreichen sollten (siehe Foto).

Am letzten Tag besichtigten wir das berühmte Museum of Natural History, das unter anderem mit einer beeindruckenden Sammlung an Dinosaurier-Skeletten aufwartet, inklusive einer lebensgroßen Nachbildung eines Tyrannosaurus Rex. Auf unserem anschließenden Spaziergang durch South Kensington kamen wir am Nobelkaufhaus Harrods vorbei; das neueste Werk von Banksy ganz in der Nähe war leider schon wieder entfernt worden; es war wohl als kritischer Kommentar zur beklagenswerten Situation von Flüchtlingen im Flüchtlingslager bei Calais nicht gerne gesehen, zumal es der weltberühmte Künstler gleich gegenüber der französischen Botschaft angebracht hatte... dafür wurden die Schüler mit einem Mittagessen im Hard Rock Café entschädigt! Nachdem sich die Schüler im Souvenirladen des Restaurants eingedeckt hatten, ging es noch zum Buckingham Palace, ehe das offizielle Programm der Fahrt beendet war. Den restlichen Nachmittag und Abend verbrachten die Schüler damit, bisher noch nicht erforschte Winkel der Stadt zu besuchen oder noch einmal den Harry Potter Shop am Bahnhof King's Cross zu plündern...

Auch den letzten Tag konnten die Schüler nutzen, ihre letzten Pfund auszugeben, ehe wir uns mit dem Bus wieder auf den Weg Richtung Flughafen begaben. Obwohl es die kürzeste unserer vier Studienfahrten war, war es wieder einmal beeindruckend, wie viele Sehenswürdigkeiten und wie viel Abwechslung wir in die paar Tage packen konnten, ohne dabei die Freizeit der Schüler zu kurz kommen zu lassen. Und beim Blick in die schlafende Runde im Bus wurde den Lehrer klar, dass ein weiterer Tag auch gar nicht unbedingt nötig war...