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„Es war einmal ... Castra Regina“

Bericht über die Projekttage der 6. Klassen am 26. und 27.07.2011 im Fach Latein

Die Klassen 6a und 6b fuhren am 26.07.2011 nach Regensburg, um sich vor Ort ein Bild über das Leben in einem römischen Lager machen zu können.

In Regensburg angekommen erwarteten uns bereits unsere beiden Stadtführerinnen, Frau Käßer und Frau Janz, die jeweils eine Klasse durch das antike Castra Régina (= Regensburg) führten.

Wir fingen an bei einem Rest der antiken Stadtmauer, die jetzt – unterhalb des heutigen Bodenniveaus – nur noch 4-5 Meter hoch ist, zur Zeit der Antike allerdings 8-10 Meter hoch war. Die Zeit hat ihre Spuren an der Mauer hinterlassen, denn die Mauer war früher glatt und bis auf den Millimeter genau gebaut. Heute hat sie viele Vorsprünge und Ungenauigkeiten. Gegenüber von dem Rest der antiken Stadtmauer fiel uns eine zweite Mauer auf, die jedoch aus dem Mittelalter stammt, wie wir erfuhren. Man kann dies daran erkennen, dass die Römer rechteckige Steine benutzten, die bis zu einer Tonne wiegen können und ohne Verbindungsmaterial einfach aufeinander gestapelt sind. Die Bauleute im Mittelalter bauten die Mauer aus kleineren Steinen, um sie dann mit Mörtel zu stabilisieren. 

Die Stadtführerinnen gaben uns dann einen Stadt-Plan des antiken Lagers und wir sollten uns daran orientieren und sagen, wo wir stehen und wohin wir gehen müssen. Nach einer kurzen Beratung einigten wir uns darauf, dass wir an der südöstlichen Grenze des Lager stehen. 

Anschließend ging die Führung an der östlichen Stadtmauer entlang bis zur nordöstlichen Grenze. Dabei sahen wir immer wieder Reste der Stadtmauer, die in den unterschiedlichsten Gebäuden der Regensburger Innenstadt auftauchten. So gingen wir plötzlich in ein Parkhaus, das um ein sehr langes Teilstück der antiken Stadtmauer herumgebaut wurde und so die Autos mehr oder weniger auf diesem Teilstück heutzutage herumfahren. Kurze Zeit später gingen wir in einem moderne Haus (= IHK Regensburg) in das Untergeschoss, in das ebenfalls ein Stückchen der antiken Stadtmauer integriert wurde. 

An der nordöstlichen Grenze des Lagers angekommen, erfuhren wir, dass wir gerade in der antiken Latrine stehen und dass diese in einem Gemeinschaftsraum in den öffentlichen Sanitäranlagen meistens in der Nähe der Flüsse gelegen sind - für die leichtere Entsorgung.

An der nördlichen antiken Stadtmauer entlang Richtung Westen kamen wir plötzlich an ein großes Haus mit einer auffallenden Mauer. Hier erklärte uns die Stadtführerin, dass wir einen Rest der „porta praetoria“ (= das Nordtor) sehen. Diese Reste sind die einzigen von einem der vier Stadttore und gleichzeitig das einzige teilweise erhaltene Nordtor nördlich der Alpen.

Die „porta praetoria“ stand an der Donau und war besonders groß gebaut, um den Germanen, die auf der anderen Seite der Donau wohnten zu imponieren. Die Donau war als natürlicher Limes sehr gut geeignet, da es keine Brücken gab und nur Völker die Donau überqueren konnten, die Boote besaßen.

Anschließend tauchten wir in das Straßengewirr der Regensburger Innenstadt ein und bemerkten, dass an vielen Gebäuden, u.a. Kirchen, und auf den Straßen immer wieder antike Steine in moderneren Gebäuden integriert wurden. 

Nach der Stadtführung besuchten wir das Regensburger Stadtmuseum und dort nur die 6 Räume für die römische Stadtgeschichte. Diese Räume durften wir selbständig erkunden und sollten dabei museumspädagogische Arbeitsblätter ausfüllen.

Dabei lernten wir zu dem Thema „Legionslager“, dass „castra Regina“ 540x450 Meter groß war, was ungefähr 33 Fußballfelder entspricht. Außerdem erfuhren wir, welche Waffen die römischen Legionäre trugen, z.B. einen Dolch und ein Schwert.

Das zweite Arbeitsblatt klärte uns zu dem Thema „Glaube und Religion“ auf, so dass wir die drei im „castra Regina“ verschiedenen Gräberarten kennenlernten. Es gab ein Urnengrab, ein Brandschüttungsgrab und das Körpergrab. Außerdem konnten wir lesen, was wir aus dem Lateinunterricht schon wussten, dass die Römer als Hauptgötter Jupiter, Juno, Merkur und Minerva verehrten, aber auch regionale Götter mit in ihren Kult aufnahmen.

Das Thema des dritten Blattes war das „Leben in der Provinz“ und so erfuhren wir, dass sich die Bewohner des Lagers hauptsächlich von Brot, Käse, Gemüse, Obst, Honig und Nüssen ernährten und manchmal auch Fisch und Fleisch auf dem Speiseplan stehen konnte.

Nachdem wir nun wussten, wovon die Bewohner hauptsächlich lebten, lernten wir anschließend etwas über den Kleidungsstil von Männern und Frauen, über das Anlegen der Toga und das Verbinden der Stoffbahnen durch Fibeln (= Klammern) und erfuhren, dass der Schmuck auch sehr oft aus Bernstein von der Ost- und Nordsee hergestellt wurde. Diesen Schmuck trugen sowohl Frauen als auch Männer. Geschrieben haben die Römer auf Wachstafeln, was den Vorteil hatte, dass man diese öfter benutzen und schneller Verbesserungen einritzen konnte.

Anschließend verließen wir mit vielen neuen Erkenntnissen das Museum und „castra Regina“ wieder Richtung Landshut.

Was machen die alten Römer am HLG?

Am zweiten Tag der Projekttage durften wir uns in unterschiedliche Workshops einteilen, um einmal wirklich kennenzulernen und auszuprobieren, wie die alten Römer lebten.

1. Römisches Kochen (Frau Fauser, Herr Hasenöhrl, Frau Rösel)
In diesem Workshop kochen die Schüler Speisen nach antiken Rezepten, so z.B. eine Sala Cattabia Apiciana oder Fladenbrot.
Das Büffet wurde dann am Sommerfest 2011 aufgebaut und allen Interessierten zum Verzehr angeboten. Es hat sehr fein geschmeckt!
Die Schüler sagten übereinstimmend, dass ihnen das Kochen sehr viel Spaß gemacht habe – auch ohne elektrische Küchengeräte - , sie wollten aber nicht jeden Tag so essen und kochen wie die alten Römer.

2. Römische Kleidung und Schuhe (Frau Brummer)
Nachdem die Schüler im Regensburger Museum schon sehen konnten, wie sich die Römer kleideten, durften sie jetzt selbst eine Tunika nähen und einen Helm basteln. Es war für die Schüler sehr schön, einmal seine eigenen Kleider zu nähen. Aber für jeden Tag und für einen prall gefüllten Kleiderschrank wäre es doch zu anstrengend.

3. Römische Kinderspiele (Frau Kraus)
In diesem Workshop wurden antike Kinderspiele nachgespielt, wie z.B. ein Nussspiel, das ungefähr unserem heutigen Kinderspiel „Himmel und Hölle“ entsprich oder ein Brettspiel. Die Schüler fanden es interessant, dass die Kinderspiele gar nicht so unterschiedlich waren und könnten sich schon vorstellen, diese auch öfter zu spielen mit kleineren Kindern.

4. Olympische Spiele (Herr Gruber)
Die Schüler übten antike olympische Sportarten, wie z.B. das Diskus werfen oder Speer werfen oder Ringen. Sie hatten dabei sehr viel Spaß und auch der Wettbewerb kam nicht zu kurz.

5. Foto-Love-Story (Frau Adam)
In diesem Workshop lernten die Schüler zuerst den Mythos von Pyramus und Thisbe kennen, einer antiken Liebesgeschichte, die von William Shakespeare in „Romeo und Julia“ verarbeitet und weltberühmt wurde. Die Schüler übernahmen unterschiedliche Rollen und machten zu einzelnen Szenen Fotos, die sie später dann mit Sprechblasen versahen. Am Ende konnte man die ganze Geschichte auf einem Plakat mit vielen Fotos nachlesen und wusste sehr genau, worum es ging, ohne dass man das lateinische Original oder die dt. Übersetzung hätte lesen müssen. Es hat den Schülern sehr viel Spaß gemacht, einen lateinischen Text auch einmal anders zu bearbeiten.

In diesen zwei ereignisreichen Tagen waren die Schüler sehr eng mit der antiken Kultur in Berührung gekommen und haben einiges an neuem Wissen mitnehmen können.

Schüler der Pressegruppe:                                                            Verantwortliche Lehrkraft:

Elisabeth Bachmaier, Corinna Schreiber,                                        Stephanie Lehrhuber

Sandra Schwaiger

Florian Ganslmeier, André Wohlgemuth;