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Exkursion der Klassen 7d und 8b

im Schuljahr 2006/07

 

Am 19.Juli 07 machten wir, die Klassen 7d und 8b, eine Exkursion zum Römerkastell Eining mit einem Abstecher zum römischen Bademuseum in Bag Gögging, um anschließend mit einem nachgebauten Römerschiff, dem Höhepunkt der Exkursion, auf der Naab zu fahren.

Das ehemalige römische Kohorten-Kastell Eining, in antiker Zeit Abusina genannt, liegt in der Nähe des Dorfes Eining, einem Ortsteil von Neustadt an der Donau nördlich von Bad Gögging. Der Bestandteil des zum UNESCO-Kulturerbe erhobenen Rätischen Limes ist eine der wenigen vollständig freigelegten und in ihren Grundmauern rekonstruierten Wehranlagen dieser einstigen Grenze.

Das Kastellgelände selbst ist heute ein kleiner, aber sehenswerter archäologischer Park mit nicht unerheblichem Fundmaterial.

Unter dem flavischen Kaiser Titus wurde bereits in den Jahren 79 - 81 n. Chr. das Kastell Abusina als Holz-Erde-Kastell errichtet und um 150 n. Chr. in Stein erneuert. Es diente der Sicherung wichtiger Straßenkreuzungen, der Donauschifffahrt und des östlichen Abschnitts der Grenzlinie, die jenseits der Donau einsetzte.

Das Kohortenkastell diente zunächst der IV. Gallischen Kohorte und später der III. Britannischen Kohorte [Cohors III Britannorum equitata] als Standort. Sie blieb dort bis zum Ende der römischen Herrschaft in frühen 5. Jh. n. Chr. stationiert.

Das um 120 n. Chr. in Stein ausgebaute Kastell wurde im Verlauf seiner wechselvollen Geschichte mehrmals zerstört. Dies geschah in den Kriegen mit den Markomannen und bei den Stürmen der Alamannen im 3. Jh. n. Chr.

Am Ende des 3. Jh. n. Chr. entstand deshalb im südwestlichen Bereich des ursprünglich 1,8 ha großen Lagers [147x125 m] auf nur etwa einem Zehntel der Fläche ein festungsartiges Bauwerk. Der restliche Kastellbereich wurde, wie man vermuten kann, von der Zivilbevölkerung des Lagerdorfes besiedelt und ab der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts auch wieder militärisch genutzt.

 

Von der einzigen in ihrem Mauerbestand vollständig freigelegten und konservierten römischen Wehranlage in Bayern ging es weiter nach Bad Gögging, wo es in der St. Andreas-Kirche das römische Badewesen zu erkunden galt. Da das römische Militär eine große Vielzahl an technischen und kulturellen Errungenschaften in unsere Region brachte, zählt auch das Badewesen dazu. Im Umfeld von Mineral- und Thermalquellen entstanden große Heilbäder. So entwickelte sich ein medizinisch überwachter Badebetrieb, der dem heutigen Kurwesen vergleichbar ist. Im Gegensatz zur heutigen Zeit gehörten zur erfolgreichen Kur weniger die gut ausgebildeten Badeärzte, sondern die Heilgötter dazu. Berühmt war der Heilgott Aeskulap und seine Tochter Hygiaia.

Und so wurde gekurt: Der Badevorgang bestand aus verschiedenen Phasen des Erhitzens und Abkühlens. Der Gang durch das Bad reinigte, stärkte und entspannte. Dazu gehörten auch Massagen und gymnastische Übungen sowie Ruhephasen. Mit dem Heilwasser konnten auch Diäten oder Entschlackungsprogramme durchgeführt werden. Eine heilende Wirkung wird auch dem Schwefel zu gesprochen, der die Römer im Jahr 80 v. Chr, auf diesen Ort aufmerksam machte, Der entstandene Badekomplex befindet sich heute unter dem Ortskern, bisher erfassten Grabungen über 20 verschiedene Räume der Badeanlage. Beispielsweise befand sich dort neben einem großen Wasserbecken ein Schwitzbad, aus dem man in ein Kaltwasserbecken zur Abkühlung gehen konnte.

Das Kirchenschiff von St. Andreas steht genau über einem großen Badebecken aus römischer Zeit, das ein Fassungsvermögen von 40000 Litern hatte. Da die dortigen Schwefelwasserquellen lediglich eine Temperatur von 14 Grad Celsius aufwies, musste das Badebecken beheizt werden. Becken und Umgang wurden daher mit einer Fußbodenheizung (Hypokaustheizung) erwärmt. Die Errichtung und der Unterhalt war nachvollziehbarerweise sehr kostspielig. Gestempelte Bauziegel belegen, dass der römische Kaiser und auch die Staatskasse sich an der Errichtung des Bades beteiligten. Unterstützung fand dieses Projekt auch durch das zuvor besuchte Kastell Abusina, wo, wie gesagt, die 3. Britannische Kohorte stationiert war.

Während der Germaneneinfälle im 3. Jahrhundert wurde der Thermenkomplex schwer beschädigt. Neben politischen und sozialen Umwälzungen trug der Umstand, dass der Kurort direkt an der stark befestigten Grenzwehr zu den Germanen lag, dazu bei, dass eine ruhige Kur hier kaum mehr möglich war.

 

Nach diesem ausgedehnten geistigen Wellnessprogramm brachte uns der Bus weiter nach Mariaort bei Regensburg. Von dort aus fuhren wir mit einem Römerschiff, das an der Universität Regensburg von der Fachschaft Alte Geschichte nachgebaut wurde, auf der Naab. Wir fühlten uns wie römische Soldaten, da wir selbst rudern mussten, um die Naab zu erkunden. Auf Anleitung der Regensburger Studenten, die uns per Trillerpfeife den Takt vorgaben, funktionierte dieser außergewöhnliche Ausflug nach einiger Zeit ganz gut. Nach einer Stunde harter Ruderarbeit und Disziplin hatten wir uns eine Pause wohl verdient.

Diese Zeitreise in die Antike war trotz aller Anstrengung und Hitze das absolute Highlight der Exkursion!