Developed in conjunction with Ext-Joom.com



Ein Jahr lang haben sich die zwölf Schülerinnen und Schüler des P-Seminars Chemie unter der Leitung ihrer Lehrerin Frau  Ursula Oswald über Plastik informiert, recherchiert und schließlich die Ausstellung „Das Plastikzeitalter“ erstellt. Die Eröffnung fand am 22. Januar mit vielen Gästen im Rathaus statt. Unter Ihnen waren Herr  Oberbürgermeister Hans Rampf, einige Stadträte und der Schulleiter des HLG, Herr Peter Renoth. Einige Mitglieder des P-Seminars Musik unter der Leitung von Herrn Florian Huber gestalteten die musikalische Umrahmung der Vernissage.

Das Ausstellungsplakat finden Sie hier!

 

Vom 23. Januar bis 05. Februar konnte die Ausstellung in der Kleinen Rathausgalerie besichtigt werden. Doch bis dahin war es ein weiter Weg:

Mehrere Monate verbrachten die Schülerinnen und Schüler des Seminars damit, sich umfangreiches Wissen über das Massenprodukt Plastik anzueignen. Aus dem Chemieunterricht wussten sie zwar schon, dass es verschiedene Arten von Kunststoffen gibt, und ihnen war natürlich auch bekannt, dass Plastik nicht nur praktisch, vielseitig einsetzbar und billig ist, sondern auch problematisch für die Umwelt. Welch große Gefahren Plastik aber wirklich birgt, das wurde den Schülern des Seminars erst im Laufe der Recherche bewusst: Zum einen stellen die Unmengen Plastikmüll – jährlich mehr als 200 Millionen Tonnen – eine starke Belastung für die Umwelt und eine Lebensbedrohung für einige Tiere dar. Inzwischen gibt es sogar fünf riesige Plastikmüllstrudel in den Ozeanen. Im Laufe vieler Jahrzehnte bis Jahrhunderte zersetzt sich dieser Plastikmüll zu immer kleineren Partikeln und wird zusammen mit dem Mikroplastik aus Kosmetikprodukten, das alle Kläranlagen passieren kann, zum Beispiel von Meerestieren aufgenommen. So gelangen die Plastikteilchen über die Nahrungskette auch in unseren Körper. Da Kunststoff die Eigenschaft hat, Giftstoffe an seine Oberfläche zu binden, nehmen wir diese mit dem Plastik auf. Zum anderen werden Kunststoffprodukten, auch Kinderspielzeug, oft Zusatzstoffe wie Phthalate, ein Weichmacher, und Bisphenol A beigemengt. Diese chemischen Verbindungen können sich aus den Plastikprodukten lösen und, in den menschlichen Körper aufgenommen, unter anderem Entwicklungsstörungen hervorrufen und Fettleibigkeit, Diabetes und Allergien fördern. Angesichts all dieser Nachteile von Plastik beschäftigten sich die Teilnehmer des P-Seminars auch damit, wie man Plastikmüll recyceln und vermeiden kann und wo es Alternativen zu Kunststoffen gibt.

Danach standen die Schülerinnen und Schüler vor der Aufgabe, die gesammelten Informationen zu einer ansprechenden Ausstellung zu verarbeiten. Dafür erstellten sie nicht nur 15 Plakate mit Texten und Bildern, sondern sammelten auch zahlreiche Exponate, um die Ausstellung möglichst anschaulich zu gestalten. So konnten die Besucher die Unterschiede der verschiedenen Kunststoffarten anhand von geeigneten Alltagsgegenständen erfassen, billiges, möglicherweise giftiges Plastikspielzeug begutachten und sogar Kleidung aus recyceltem Plastik bewundern. Darüber hinaus waren einige Teilnehmer äußerst künstlerisch am Werk und kennzeichneten auf einem Globus die Plastikmüllstrudel, von denen sie einen möglichen Ausschnitt in einem kleinen Aquarium samt Plastikfischen und Fischernetzen veranschaulichten. Außerdem bastelten sie aus Plastikmüll kleine Kunstwerke wie Schmuckstücke und ein Modellhaus aus Actimel-Flaschen.

Dass die ganze Arbeit sich gelohnt hatte, zeigten sowohl die Besucherzahlen als auch ihr Feedback: Über 900 Menschen von Jung bis Alt besuchten die Ausstellung und hinterließen viel Lob im Gästebuch. Auch einige Stadträte schrieben ein paar Zeilen hinein und Herr Oberbürgermeister Hans Rampf bezeichnete unsere Ausstellung als ein „Thema, das genau in unsere Wohlstandsgesellschaft passt. Pro und Contra einer Plastikwelt mit praktischen Darstellungen, mit Daten und Fakten, die zum Denken herausfordern!“ Er schloss seinen Eintrag mit den anerkennenden Worten: „ Ihr habt unser Rathaus bereichert!! Macht weiter so…“

Auch das Regionalfernsehen berichtete über die Ausstellung. Dazu folgender Link:

 http://youtu.be/5-w0uf2NFzM