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Die am HLG bestehenden Förderangebote sollen um neue Formen erweitert werden, die inhaltlich und zeitlich noch flexibler gestaltet und noch gezielter auf den jeweiligen Förderbedarf ausgerichtet sind.

Viele Informationen finden Sie in der Broschüre "Individuelle Lernzeit am Gymnasium. Erstinformation" des Bayerischen Kultusministeriums:
www.km.bayern.de/individuelle-lernzeit-gym.

Für  Informations-  und  Beratungsgespräche  stehen  wir  Ihnen  auch gerne persönlich  zur  Verfügung;  Sie  können  sich dabei an die Beratungslehrkraft, Frau Poppe, sowie an alle Mitglieder der Schulleitung wenden.

Frühwarnsystem

Ausgangspunkt einer individuellen Förderung ist das frühzeitige Erkennen des Förderbedarfs und eine rechtzeitige Beratung. Hierzu kann die Schule vor allem auf folgende Grundlagen zurückgreifen: Zeugnisse, Leistungsstandberichte in den Jgst. 5 bis 8, Ergebnisse von Jahrgangsstufentests und Schulaufgaben, Beobachtungen von Fachlehrkräften und Klassenleitern, Erkenntnisse von Beratungslehrern, Gespräche mit Eltern.


Flexibilisierungsjahr

Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an zusätzlicher Lernzeit und Unterstützung haben die Möglichkeit, die Jgst. 8, 9 und 10 in zwei Schuljahren zu absolvieren.
Zielgruppe
Ein Flexibilisierungsjahr wendet sich an Schülerinnen und Schüler, die
-  Lernrückstände aufweisen und ihre Lücken schließen möchten,
-  die zusätzliche Zeit für die Entwicklung ihrer Begabungen benötigen,
-  die mehr Zeit für schulische und außerschulische Aktivitäten brauchen,
-  die eine besondere Schullaufbahn haben, z. B. mit Auslandsaufenthalt oder Schulwechsel.

Flexibilisierungsjahr Variante 1

Bei dieser Form kann sich ein Schüler nach dem Bestehen der Jahrgangsstufen 8, 9 oder 10 dafür entscheiden, die bestandene Jahrgangsstufe zu wiederholen.
Dabei kann die Wochenstundenzahl um maximal 6 (in Jgst. 10 auch 8) Wochenstunden reduziert werden. Die Entscheidung, in welchen Fächern vom Unterricht befreit wird, liegt weitgehend in der Verantwortung der Schule; Kernfächer können mit Ausnahme der Jgst. 10 grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden.

Die Vorrückungserlaubnis aus dem ersten Durchgang bleibt erhalten. Der Schüler erhält am Ende des Flexibilisierungsjahres eine schriftliche Information über das Notenbild in den besuchten Fächern, jedoch kein Jahreszeugnis.

Flexibilisierungsjahr Variante 2

Bei dieser Form kann sich ein Schüler am Ende der bestandenen Jahrgangsstufe 7 oder 8 dafür entscheiden, die folgende Jahrgangsstufe 8 bzw. 9 in zwei Schuljahren zu durchlaufen (Teiljahrgangsstufen 8.1 und 8.2 bzw. Teiljahrgangsstufen 9.1 und 9.2). In beiden Teiljahrgangsstufen kann die Wochenstundenzahl jeweils um maximal 6 reduziert werden; Kernfächer können mit Ausnahme der Jgst. 8 (neu einsetzendes Kernfach in 8.1) nicht ausgeschlossen werden. Die  Vorrückungsentscheidung  wird  am  Ende  beider  Teiljahrgangsstufen  getroffen.  Dabei  werden  die  in
beiden Teiljahrgangsstufen erreichten Leistungsnachweise berücksichtigt. Der Schüler erhält am Ende der Teiljahrgangsstufe 8.1 bzw. 9.1 ein Zwischenzeugnis.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Die Inanspruchnahme eines Flexibilisierungsjahres setzt das Bestehen der bisher besuchten Jahrgangsstufe voraus.
Die Entscheidung über die Nutzung eines Flexibilisierungsjahres wird am Ende der Jgst. 8, 9 oder 10 im Falle der Variante 1 bzw. am Ende der Jgst. 7 oder 8 im Falle der Variante 2 getroffen. Es ist aber auch
möglich,  in  die  nächsthöhere  Jgst.  vorzurücken  und  dann  bis  spätestens  zwei  Wochen  nach  Ende  des Schulhalbjahres in die vorhergehende Jgst. im "Flexibilisierungsmodus" zurückzutreten.
Der Entscheidung muss ein Beratungsgespräch an der Schule vorausgehen. Die Schüler besuchen weiterhin eine reguläre Klasse ihrer Sprachenfolge und ihrer Ausbildungsrichtung.
Soweit die Schule ergänzenden (Förder-)Unterricht anbietet, ist dessen Besuch verpflichtend. Ein Flexibilisierungsjahr kann unabhängig von der Variante nur einmal in Anspruch genommen werden.
Die Belegung eines Flexibilisierungsjahres wird nicht auf die Höchstausbildungsdauer angerechnet. Die bisherigen Möglichkeiten des Wiederholens einer Jahrgangsstufe (Pflichtwiederholung, freiwilliges
Wiederholen) bestehen unverändert weiter.

Prinzip Eigenverantwortung

Der Schüler nimmt im Flexibilisierungsjahr an Fördermaßnahmen teil, die im Rahmen des schulischen Konzepts angeboten werden (siehe oben); die Teilnahme ist verpflichtend. Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg wird dabei sein, dass die Schüler motiviert, ernsthaft und zielgerichtet daran arbeiten, Defizite abzubauen, Lücken zu schließen und ein solides Fundament für die weitere Schullaufbahn zu legen. Dies gilt  für  fachliche  Inhalte,  methodische  Kompetenzen  und  nicht  zuletzt  für  die  persönliche  Einstellung  zu Unterricht  und  häuslicher  Vor-  und  Nachbereitung.  Um  die  hiermit  verbundene  Eigenverantwortung  bewusst zu machen, werden nach den vorgeschriebenen Beratungsgesprächen schriftliche Vereinbarungen mit den Schülern und ihren Eltern geschlossen. Die enge Zusammenarbeit mit den Eltern ist gerade im Bereich der individuellen Lernzeit und des Flexibilisierungsjahres von großer Bedeutung.

 

Fallbeispiele

Beispiel 1:

Bei einem Schüler in Jgst. 7 zeigen sich Lücken in einzelnen Fächern. Auf Wunsch der Eltern findet ein Beratungsgespräch mit einer Beratungslehrkraft des Hans-Leinberger-Gymnasiums über die Möglichkeiten und Folgen des Flexibilisierungsjahres statt.

Nachdem der Schüler die 7. Klasse bestanden hat und in die 8. Klasse vorrücken darf, entscheiden sich die Eltern und der Schüler für das Flexibilisierungsjahr in Variante 2 und stellen einen schriftlichen Antrag.

In den nächsten beiden Schuljahren absolviert der Schüler die 8. Jgst. in einer regulären Klasse, aber mit reduzierter Fächeranzahl und reduzierter Wochenstundenzahl. In diesen beiden Jahren schließt der Schüler seine Lücken. Wenn er die zweijährige 8. Jahrgangsstufe erfolgreich durchlaufen hat, kann er in die 9. Jahrgangsstufe aufsteigen. Die 9. und die folgenden Jgst. werden jeweils in einem Schuljahr durchlaufen.

Beispiel 2:

Bei einer Schülerin in Jahrgangsstufe 9 zeigen sich Lücken in einzelnen Fächern. Auf Wunsch der Eltern findet ein Beratungsgespräch mit einer Beratungslehrkraft des Hans-Leinberger-Gymnasiums über die Möglichkeiten und Folgen des Flexibilisierungsjahres statt.

Nachdem die Schülerin die 9. Jahrgangsstufe bestanden hat, entscheiden sich die Eltern und die Schülerin für das Flexibilisierungsjahr in Variante 1 und stellen einen schriftlichen Antrag.

Im nächsten Schuljahr bleibt die Schülerin in Jgst. 9 und besucht eine reguläre Klasse, aber mit reduzierter Fächeranzahl und reduzierter Wochenstundenzahl.

In diesem Schuljahr schließt die Schülerin ihre Lücken. Unabhängig von ihren Leistungen darf die Schülerin im nächsten Schuljahr in die 10. Jgst. aufsteigen. Die 10. und alle folgenden Jgst. werden jeweils in einem Schuljahr durchlaufen.